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Solidarität seit 1936

  

Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH wurde 1936 in Folge der Weltwirtschaftskrise vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund und der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz gegründet. Ihr Ziel war, bedürftige Arbeiterfamilien im In- und Ausland zu unterstützen. Zudem leistete das SAH im spanischen Bürgerkrieg humanitäre Hilfe.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde das SAH in der Flüchtlingshilfe aktiv. Im Rahmen der Aktion «Colis Suisse» verschickte das SAH in Zusammenarbeit mit zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern Lebensmittelpakete in die Flüchtlingslager Europas. Damit unterstützte es zehntausende von Kriegsflüchtlingen.

Ab 1949 leistet das SAH - als eines der ersten Schweizer Hilfswerke - internationale Entwicklungshilfe, u.a. in Griechenland, Palästina/Israel, Jugoslawien und nach dem Algerienkrieg auch in Algerien/Tunesien.

1951 wurde das SAH Gründungsmitglied des Internationalen Arbeiterhilfswerks IAH, welches sich 1995 in Solidar umbenannte.

Zusammen mit der Österreichischen Volkshilfe leistete das SAH beim Volksaufstand 1956 umfangreiche Hilfe an die ungarischen Flüchtlinge.

Die Besetzung der Tschechoslowakei von 1968, der Bürgerkrieg in Biafra und die Unterdrückung Oppositioneller durch das Militärregime in Griechenland bewirkten die Flucht von tausenden politisch Verfolgten, die vom SAH Unterstützung erhielten.

Die 60er-Jahre waren gleichzeitig von Naturkatastrophen: Das SAH leistete humanitäre Hilfe in Persien, Hamburg, Jugoslawien und der Türkei.

Nach dem Volksaufstand in Nicaragua entstand in Europa in den 1970er-Jahren eine grosse Solidaritätsbewegung für Zentralamerika. Das SAH entsandte Freiwillige nach Nicaragua und führte eine gross angelegte Alphabetisierungskampagne durch. Das SAH baute seine Entwicklungszusammenarbeit laufend aus. 1974 wurde das erste Brunnenbau-Projekt in Obervolta (heute Burkina Faso) durchgeführt.
Nach der Machtübernahme durch das Pinochet-Regime in Chile und dem Militärputsch in der Türkei stiegen die Asylgesuche in der Schweiz sprunghaft an. So erhielt die Flüchtlingshilfe im SAH einen immer grösseren Stellenwert. Ab 1984 engagiert sich das SAH gegen die regelmässigen Verschärfungen des Asylrechts.
Nach dem Zusammenbruch der Berliner Mauer 1989 folgte ein rasanter Umbruch in Osteuropa. In Zusammenarbeit mit Gewerkschaftsverbänden vor Ort begann das SAH in Rumänien mit arbeitsmarktlichen Massnahmen und Bildungsprogrammen für Gewerkschaften.
Zu Beginn der 1990er-Jahre war die Schweiz mit einem für sie neuen Problem konfrontiert: Die Erwerbslosigkeit stieg von bisher unter einem auf plötzlich fünf Prozent. Das SAH übernahm eine Pionierrolle bei der Entwicklung von Erwerbslosen-Programmen. Die Regionalstellen des SAH wurden ausgebaut und 2005 in selbständige Vereine umgewandelt. Diese Vereine sind weiterhin unter dem Namen SAH tätig.
Die humanitäre Hilfe das SAH wurde ausgebaut: So engagierte sich das SAH u.a nach den Kriegen auf dem Balkan in Bosnien und Kosovo, nach dem Hurrikan Mitch in Zentralamerika (2000), nach dem Tsunami in Südostasien (2004) und nach den verheerenden Überschwemmungen in Pakistan (2010). Das SAH beschränkte sich dabei nicht nur auf kurzfristige Nothilfe, sondern engagierte sich über Jahre auch beim Wiederaufbau.
Um die weltweite Armut zu überwinden, müssen wir auch unser Verhalten in der Schweiz ändern. Darauf macht das SAH seit 2008 mit verschiedenen Kampagnen aufmerksam, u.a. «Kehr$seite - Keine Ausbeutung mit unseren Steuergeldern» und «An$toss - keine Ausbeutung bei der Fussball-WM».

2011 schenkt sich das SAH zum 75-Jahr-Jubiläum einen neuen Namen: Solidar Suisse.

Die regionalen SAH-Vereine in der Schweiz (Basel, Bern, Freiburg, Genf, Schaffhausen, Tessin, Waadt, Wallis, Zentralschweiz und Zürich) bleiben unter dem bisherigen Namen bestehen. Sie sind von Solidar Suisse unabhängige Organisationen.

Solidar leistet aktuell Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe in Bolivien, Burkina Faso, China, El Salvador, Kosovo, Moçambique, Nicaragua, Pakistan, Serbien, Sri Lanka und Südafrika. In der Entwicklungszusammenarbeit setzt Solidar einen Schwerpunkt beim Engagement für faire Arbeitsbedingungen und ausreichende Einkommen.

In der Schweiz wird 2011 das Solidar-Gemeinderating lanciert. Das Rating untersucht, ob Schweizer Gemeinden global denken - und lokal entsprechend verantwortungsbewusst handeln.