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Verdoppelung der Streiks in China

 02. 02. 2015  
2014 hat sich die Zahl der Streiks und Arbeitsproteste in China auf mehr als 1300 verdoppelt, wie die in Hongkong ansässigen NGO China Labour Bulletin mitteilt. Quer durchs Land forderten Fabrikarbeiterinnen, Taxifahrer und Lehrerinnen bessere Arbeitsbedingungen.

Die Behörden reagieren meist mit Repression auf die Arbeitskämpfe: AktivistInnen werden verhaftet und unabhängige Gruppen zerschlagen, denn in China sind ausser der staatlichen All-China Federation of Trade Unions (ACFTU) keine Gewerkschaften zugelassen.
Um die ArbeiterInnen zu befrieden erlauben die Behörden nun jedoch in gewissen Landesteilen den staatlichen Gewerkschaften, mehr Druck auf das Management auszuüben.

So sind in der Provinz Guandong, wo viele Fabriken angesiedelt sind und es diverse Streiks gab, neue Regelungen in Kraft getreten, die das Recht der ArbeiterInnen festhalten, Kollektivverhandlungen durchzuführen. Dabei wird zwar der Begriff „kollektive Konsultation“ verwendet, der weniger konfrontativ wirkt. Der ACFTU wird jedoch zugestanden, Verhandlungen mit der Geschäftsleitung durchzuführen, während sie früher lediglich Freizeitaktivitäten organisieren durfte.

Obwohl das Ziel der neuen Regelungen hauptsächlich ist, einen Ausbruch von offenen Protesten der ArbeiterInnen zu verhindern, und sie auch keineswegs Streiks legalisieren, sind sie dennoch ein Zeichen der Veränderung.
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