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Neuer Spot: Sepp Blatter foult Strassenhändler

 25. 05. 2014  
Sepp Blatter verpasst einem Strassenhändler eine Blutgrätsche – dies als Höhepunkt eines provokativen Videos mit einigen der bösesten Fouls der Fussballgeschichte.  Damit macht Solidar Suisse auf das Foulspiel der Fifa aufmerksam. Letzte Untat: Die Fifa-Verkaufsverbote rund um die Stadien. Sie berauben Tausende von StrassenhändlerInnen ihres Einkommens. Solidar Suisse fordert die Fifa nun mit einer Protestaktion auf, die Existenzgrundlage der brasilianischen StrassenhändlerInnen zu garantieren.


Der Spot illustriert das fragwürdige Wirken der Fifa in Brasilien: Die mit 18 Milliarden Franken teuerste WM aller Zeiten führte zu Vertreibungen, Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung, zu luxuriösen Fussballstadien, die nach den Spielen nicht mehr gebraucht werden, zu Milliardenprofiten für die Fifa und einem riesigen Schuldenberg für Brasilien.

Das letzte Foul kann noch rückgängig gemacht werden, nämlich die Verkaufsverbote für StrassenhändlerInnen rund um die Austragungsstätten. Um ihren Sponsoren Alleinverkaufsrechte zu sichern, hat sich die Fifa mit Knebelverträgen grossräumige Sperrzonen ausbedungen. In diesen sogenannten „Marketing und Brand Protection areas“ können nur Coca Cola, Adidas, Budweiser & Co. ihre Produkte verkaufen. "Die lokalen StrassenhändlerInnen gehen leer aus – tausende verlieren dadurch Einkommen und Lebensgrundlage", meint Eva Geel, Sprecherin von Solidar Suisse. Noch ist es nicht zu spät, dass auch diese KleinhändlerInnen von der WM profitieren können. Bereits hat die Fifa einige Zugeständnisse gemacht, um ihre Situation zu verbessern. Doch viel zu wenig und viel zu zögerlich.
 
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass es ein Leichtes wäre, die StrassenverkäuferInnen am Profit zu beteiligen: Adidas beispielsweise rechnet mit einem Rekordumsatz von fast 2,5 Milliarden Franken durch die WM. Die Biermarke Budweiser aus den USA hat sich an allen WM-Veranstaltungsorten die Ausschankrechte gesichert und rechnet ebenfalls mit Millionenprofiten. Und schliesslich kann die Fifa gemäss der Beraterfirma bdo mit Einnahmen von über 4 Milliarden Franken rechnen – und das bei 1,3 Milliarden Franken Reserve, die sie schon auf der hohen Kante hat.
 
Solidar Suisse fordert die Fifa auf, den Verkaufsbann aufzuheben, Druck bei Sponsoren und Austragungsstädten zu machen, damit die StrassenhändlerInnen ihre Ware ohne Einschränkung überall verkaufen können und mit höchster Priorität einen nationalen Runden Tisch mit den Organisationen der StrassenhändlerInnen und den Städten einzuberufen, damit eine nationale Lösung gefunden werden kann. Damit, meint Eva Geel, "die WM für die StrassenhändlerInnen doch noch ein Fest werden kann."

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