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Streik in chinesischer Fabrik

 24. 04. 2014  
Seit dem 5. April streiken die ArbeiterInnen der Yue Yuen Dongguan Fabrik in China. Innerhalb nur weniger Tage stieg die Zahl der Streikenden von 1000 auf 50'000, womit sich fast die gesamt Belegschaft dem Streik angeschlossen hat.

Grund für den Streik, der von der Solidar-Partnerorganisation Labour Action China unterstützt wird: Die Fabrik zahlte Sozialversicherungsleistungen nicht vollständig aus, und die lokalen Behörden duldeten diese illegale Praxis. Ausserdem entsprechen die Arbeitsverträge nicht den gesetzlichen Vorschriften. Die ArbeiterInnen fordern deshalb, dass Yue Yuen unverzüglich den Löhnen entsprechende Sozialversicherungsbeiträge auszahlt ebenso wie die jahrelang zurückgehaltenen Rentenbeiträge.

Yue Yuen beliefert internationale Markenfirmen wie Nike, Adidas, Reebok, Asics, New Balance, Puma, Converse, Salomon und Timberland mit Sportschuhen. Diese tragen also eine Verantwortung für die illegalen Praktiken, von denen sie profitieren - allen voran Adidas, da Yue Yuen ihre grösste chinesische Zulieferfirma ist.

Die chinesischen Behörden reagierte mit Bereitschaftspolizei auf den grössten Streik der letzten Jahre. Dutzende von ArbeiterInnen wurden verhaftet.

Heute haben verschiedene chinesische und internationale Organisationen in einem offenen Brief alle Unternehmen, die von Yue Yuen beliefert werden, aufgefordert,Verantwortung zu übernehmen: Sie sollen sich an den Zahlungen beteiligen und dafür sorgen, dass die verhafteten ArbeiterInnen freigelassen und nicht angeklagt werden. Auch Solidar Suisse hat den Brief unterschrieben.

Adidas hat jedoch bereits einen Teil der Produktion von Yue Yuen abgezogen und anderen Zulieferfirmen in Auftrag gegeben, weil der Streik die Produktion für eineinhalb Wochen unterbrochen hat, "um die Auswirkung auf unsere Operationen zu minimieren", wie Adidas-Sprecherin Katja Schreiber per Mail mitteilte. Verantwortung übernehmen sieht anders aus.