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Fifa drückt sich vor Verantwortung in Qatar

 21. 03. 2014  
Das Executive Committee der Fifa ging an ihrem heutigen Treffen die fundamentalen Probleme bei den Vorbereitungen der WM in Qatar nicht an, sondern versuchte einmal mehr, sich mit Entschuldigungen aus der Verantwortung zu ziehen, wie die Bau und Holz Internationale (BHI) mitteilt. Gleichzeitig stellte sich die Fifa auf den Standpunkt, „dass die Bauunternehmen, die Profite machen, Klar Stellung beziehen“ sollten zur Situation der Arbeiter.

Die BHI hatte der Fifa eine 11-Punkte-Agenda präsentiert, um die sklavenähnliche Situation der migrierten Arbeiter auf den WM-Baustellen zu verändern, die bereits zu mehr als 500 Todesfällen geführt hat. Zum Beispiel müsste als erstes das Kafala- und Ausreisevisum-System abgeschafft werden, um die ausbeuterischen und unwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bauarbeiter zu verbessern.

Die BHI hat auch konkrete Massnahmen vorgeschlagen, wie die Fifa ihre soziale Verantwortung für die Rechte der ArbeiterInnen nicht nur in Qatar, sondern auch in zukünftigen Weltmeisterschaften wahrnehmen könnte: zum Beispiel unabhängige Arbeitsinspektionen bei allen Einrichtungen, die im Zusammenhang mit der WM gebaut werden. Ein Bekenntnis dazu, hätte gezeigt, dass der Fifa das Anliegen ernst ist.

Doch die Fifa war dazu nicht bereit. Vielmehr schob sie die Verantwortung auf die Baufirmen ab und heuchlerische Aussagen wie „wir sind keine Gewerkschaft und deshalb nicht verantwortlich“ zeigten, wie wenig Dringlichkeit die Fifa den unhaltbaren Zuständen in Qatar beimisst.