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Moçambique

  

Moçambique mit seinen über 20 Mio. EinwohnerInnen verzeichnete in den letzten Jahren kontinuierlich hohe Wachstumsraten (sieben bis neun Prozent), ist aber nach wie vor eines der ärmsten Länder weltweit. Es belegt Rang 185 von 187 erfassten Ländern im UN-Report für menschliche Entwicklung. Der wirtschaftliche Aufschwung ist nicht der breiten Bevölkerung zugute gekommen. Der Prozentsatz der Armen stagniert landesweit bei rund 50 Prozent. Die soziale Ungleichheit nimmt zu. Der Analphabetismus ist noch immer hoch (45 Prozent), die Lebenserwartung niedrig (51 Jahre). Das Wirtschaftswachstum durch industrielle Mega-Projekte (Aluminium, Gas, Kohle für den Export) ist kapitalintensiv und schafft kaum Arbeitsplätze.
 
Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1975 wurde Moçambique durch einen 16-jährigen Bürgerkrieg zerrüttet, der erst mit dem Friedensabkommen von Rom (1992) beendet wurde. Mitte der 1990er Jahre nahm die Regierung den Wiederaufbau des Landes in Angriff. Die Befreiungsbewegung FRELIMO wurde seit 1994 in vier demokratischen Wahlen in der Regierungsverantwortung bestätigt.
 
Im Oktober 2013 hat jedoch die Oppositionspartei RENAMO das Friedensabkommen von 1992 aufgekündigt und führt seither einen Guerillakrieg niederer Intensität gegen die Regierung, der die Zentrumsregion (insbesondere die Provinz Sofala) in Instabilität gestürzt hat. Andererseits hat es die neue Oppositionspartei MDM in den Kommunalwahlen 2013 geschafft, die Vorherrschaft der FRELIMO in drei wichtigen Provinzhauptstädten zu durchbrechen (Beira, Quelimane, Nampula). Die MDM mobilisiert v.a. junge WählerInnen und die städtische Mittelschicht und ist zu einer ernsten Herausforderung für die FRELIMO geworden.
 
Im Oktober 2014 stehen die nächsten Präsidentschaftswahlen an. Präsident Armando Guebuza kann nach zwei Amtsperioden nicht mehr zur Wiederwahl antreten.
 
Menschen befähigen, Armut besiegen
Solidar leistet seit 30 Jahren Unterstützung für die Benachteiligten und Ausgegrenzten sowie Not- und Wiederaufbauhilfe nach schweren Naturkatastrophen. Die Hauptziele des Solidar-Programms in Moçambique sind die Förderung einer sozial gerechten Verteilung von Ressourcen und Einkommen und die Verringerung der  Armut. Dies soll erreicht werden durch politische und gesellschaftliche Demokratisierung, die Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen, den Zugang benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu Ressourcen, die Förderung von Arbeits- und Menschenrechten und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern.
Die Ausstrahlung in andere Länder des Südlichen Afrika ist Strategie wie Zielsetzung von Solidar Suisse. Schwerpunkte der Programmarbeit sind  Faire Arbeit sowie   Partizipation & Demokratie. Vier Transversalthemen durchziehen alle Programme und Projekte: Gender, Organisationsstärkung, HIV/Aids und Disaster Risk Reduction (DRR).
 

Joachim Merz ist verantwortlich für die Solidar- Projekte in Moçambique.