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Mehr prekäre Arbeit - mehr Armut

  
Weltweit wird mehr als die Hälfte aller Menschen ausgebeutet. Menschen, die unter prekären Bedingungen arbeiten, riskieren ständig, in die Armut abzugleiten.

Diese Entwicklung ist die Folge eines globalen Prozesses, der durch die jüngste Wirtschaftskrise noch beschleunigt wurde. In der Schweiz sind in den letzten Jahren Zehntausende prekäre Jobs entstanden, die drei gemeinsame Merkmale aufweisen: Die Betroffenen werden ausgebeutet, sie sind extrem verletzlich und riskieren bei jedem Schritt, in die Armut abzugleiten. Sowohl Temporärarbeit wie auch Arbeit auf Abruf und befristete Arbeitsverträge haben in den letzten Jahren stark zugenommen.

In Deutschland gelten bereits ein Drittel der Beschäftigten als Arbeitnehmer zweiter Klasse. In der dritten Welt sind es zwischen 50 und 75 Prozent der Beschäftigten, die ohne Schutz vor Ausbeutung in der so genannten «informellen Wirtschaft» arbeiten. Und die Globalisierung spült täglich mehr Menschen in diese Armutsfalle. Vor allem Frauen werden Opfer von prekären Arbeitsbedingungen, sei es als lateinamerikanische Haushalthilfen in den USA oder als chinesische Näherinnen in Exportzonen.

Solidar engagiert sich gegen diese Entwicklung mit konkreten Projekten. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Basisgruppen engagiert sich Solidar weltweit für bessere Arbeitsbedingungen: es fördert Aus- und Weiterbildung, Mitbestimmung, Arbeitsschutz, Schutz vor missbräuchlicher Kündigung und stärkt lokale Organisationen.

Doch solange die Rahmenbedingungen für prekäre Jobs weltweit immer besser werden, bleibt das ein Tropfen auf den heissen Stein. Deshalb fordert Solidar von der Schweizer Politik ein internationales Engagement gegen prekäre Jobs:
  • Die Schweiz muss sich auf multinationaler Ebene (Weltbank, IWF etc.) dafür einsetzen, dass "menschenwürdige Arbeit für alle" in die Strategien zur Armutsbekämpfung aufgenommen wird.
  • Die Schweiz muss in internationalen Handelsabkommen mit der WTO darauf pochen, dass deren Auswirkungen auf Quantität und Qualität von Arbeitsplätzen berücksichtigt werden.
  • Bund, Kantone und Gemeinden müssen ihre Lieferanten verpflichten, dass ihre Produkte zu fairen Bedingungen hergestellt wurden.

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Das Dossier «Informelle und prekäre Arbeit - ein globales Phänomen» können Sie hier downloaden (PDF)
Eine Zusammenfassung finden SIe in diesem Thesenpapier (PDF)

Fallbeispiele prekäre Arbeit in der Schweiz, EU und Entwicklungsländern (PDF)