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Kosovo

  

Der Zusammenbruch des sozialistischen Staates und seiner Planwirtschaft stellte die gesamte Region vor grosse wirtschaftliche Herausforderungen. Für die kosovarische Bevölkerung verschlechterte sich die Situation zusätzlich durch die Repression des Milosevic-Regimes. Schliesslich brachte der Krieg (1998/99) den Kosovo an den Rand eines wirtschaftlichen Kollapses.

 

Erst Nothilfe und Wiederaufbau ...

Solidar unterstützte die Not leidende Bevölkerung unmittelbar nach Kriegsende mit Hilfsgütern. Anschliessend baute Solidar gemeinsam mit den BewohnerInnen 260 Wohnhäuser im Westen des Kosovo wieder auf.

Trotz der massiven Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft entwickelte sich die Wirtschaft des Kosovo in den letzten Jahren nur langsam. Nach Angaben der Weltbank (2009) leben 34 Prozent der Bevölkerung des Kosovo in Armut. Überdurchschnittlich betroffen sind ländliche Haushalte ohne reguläres Einkommen und ohne Unterstützung durch im Ausland lebende Verwandte. Rund die Hälfte der KosovarInnen ist erwerbslos, auf dem Land sind es bis achtzig Prozent.

 

... dann Einkommensförderung und Stärkung der Zivilgesellschaft

Ab 2002 unterstützte Solidar besonders benachteiligte Menschen dabei, sich ein regelmässiges Einkommen zu erschliessen oder ihren Erlös aus der Landwirtschaft zu steigern. Im Projekt Income Peja arbeitete Solidar zu diesem Zweck eng mit verschiedenen Bauernvereinen und anderen lokalen Partnerorganisationen zusammen. Die Einkommen von rund 1000 Familien konnten nachhaltig gesteigert werden. Zwischen 2008-2011 führte Solidar sein Engagement für Bauernvereine und Einkommensförderung im Rahmen von zwei Projektwettbewerben weiter. Daraus gingen 20 vielversprechende Businesspläne hervor, von denen sechs erfolgreich realisiert wurden und nachhaltig Arbeitsstellen schaffen und Einkommen generieren konnten.
 

Der strategische Fokus im aktuellen Kosovoprogramm von Solidar Suisse liegt bei der Unterstützung von Reformen, welche zu mehr Einkommen, zu mehr sozialer Sicherheit und zu einem besseren Schutz durch Arbeitsrechte für Kosovos Bevölkerung führen. Der Dialog zwischen legitimen und repräsentativen Interessenvertretern mit dem Zweck Rahmenbedingungen zu verbessern ist sowohl Ziel, als auch Arbeitsansatz von Solidar Suisse in Kosovo.
Das erste solche „Dialog-Projekt“ startete Solidar im Kosovo in der Milchbranche. Solidar konnte schnell das Vertrauen der beiden Verbände der Milchbauern und der Molkereien gewinnen und erwirken, dass die beiden Verbände die Probleme der Kosovarischen Milchbranche mit einer gemeinsam erarbeiteten Branchenstrategie angehen wollen. Aus diesem „Milchdialog“ erwuchs auch die Einsicht, die Qualitätsprüfung von Rohmilch zu reformieren und institutionell besser zu verankern. Für dieses Ziel konnten die beiden Verbände die zuständigen Behörden zu einer engen Zusammenarbeit bewegen und mit USAID einen weiteren Geber gewinnen.

 

2012 startete Solidar Suisse ein neues Projekt. Im Brennpunkt von Kosana stehen die schleppende Krankenversicherungsreform, sowie die schlechten Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor. 2012 ist dabei als Inception phase geplant. In erster Linie geht es in diesem ersten Jahr darum, die Dialogpartner zu kontaktieren und über den Stand der Gesundheitsversicherungsreform zu informieren. Um Ideen zu eruieren, wie die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen verbessert werden können, wird ein Projektwettbewerb durchgeführt.

 

 

 Cyrill Rogger ist verantwortlich für das Kosovo-Programm von Solidar.


 

Weitere Informationen zu diesem Projekt

Artikel im Solidar-Magazin «Solidarität»