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Mit gerechten Arbeitsbedingungen
zum sozialen Frieden
Zoltan Doka, Stabschef

Als Hilfswerk der Arbeiterbewegung war die Vision von Solidar Suisse von Beginn an eine gerechtere Gesellschaft. Heute werden soziale Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte vom global agierenden Neoliberalismus ausgehöhlt, und viele Menschen sind von sich ständig verschlechternden Lebens- und Arbeitsbedingungen betroffen, etwa in Osteuropa, das sich im schmerzhaften Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft befindet. Gleichzeitig wird Afrika mehr und mehr als "Sozialfall" vom Weltmarkt abgekoppelt, und grosse Teile der lateinamerikanischen Bevölkerung sind den gravierenden Folgen von Devisenspekulation und Preisschwankungen des Weltmarkts ausgeliefert.

Auch in Europa erleben wir, wie die Abkehr von der sozialen Marktwirtschaft die Arbeitswelt nachhaltig verändert: Informalisierung, Flexibilisierung und Deregulierung sind die Folge. Weltweit werden Arbeitsplätze abgebaut, während die Unternehmen Rekordgewinne verbuchen. Dadurch nehmen soziale Spannungen rasant zu.

Die Gewerkschaften haben erkannt, dass fehlgeleitete Globalisierung die sozialen Errungenschaften wie arbeitsrechtliche Standards und soziale Sicherheit akut gefährden. Dagegen setzen sie sich zur Wehr. Wir sind überzeugt, dass Gewerkschaften wirkungsvoll zu gesellschaftlicher Demokratisierung und sozialer Gerechtigkeit beitragen können; in vielen Ländern verfügen sie über gute Organisationsstrukturen und eine grosse Mobilisierungsfähigkeit. Sie werden als Verhandlungspartner ernst genommen und bringen verschiedene soziale Bewegungen auf einen gemeinsamen Nenner.

Gemeinsam mit unseren gewerkschaftlichen Partnern setzen wir uns für Arbeitsrechte und für sozialen Ausgleich ein, um den sozialen Frieden zu stärken und die Armut nachhaltig zu überwinden. Wir unterstützen den sozialen Dialog zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und Staat und helfen mit, zwischen Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen Netzwerke zu schaffen.

Wir sind allerdings auch überzeugt, dass die Gewerkschaften ihre Verantwortung nur dann wahrnehmen, wenn sie gesamtgesellschaftliche Probleme thematisieren, Frauen und Männer gleichberechtigt repräsentieren und auch die Anliegen von Erwerbslosen und informell Beschäftigten aktiv vertreten. Aus diesem Grund unterstützen wir in vielen Ländern gewerkschaftliche Organisationen dabei, sich weiterzuentwickeln und sich mit anderen Basisorganisationen zu vernetzen.