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China

  

Seit September 2010 engagiert sich Solidar Suisse in der südchinesischen Provinz Guangdong für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
 
China ist zwar weltweit das Land mit dem grössten Wirtschaftswachstum, gleichzeitig leben jedoch in absoluten Zahlen am meisten Arme in China:  150 Millionen Menschen oder 12 Prozent der Bevölkerung leben mit weniger als einem Dollar pro Tag. Besonders auf dem Land ist die Armut gross, weshalb viele in den boomenden Städten nach Arbeit suchen. Dort finden sie schlechte Arbeitsbedingungen vor.

 

Miserable Arbeitsbedingungen

  • Von den acht Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation hat China vier nicht angenommen, welche die Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen sowie Zwangs- und Pflichtarbeit betreffen. Die restlichen vier – gegen Kinderarbeit, für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung – hat es zwar ratifiziert, setzt die entsprechenden Gesetze aber nur ungenügend um.
  • In China haben ArbeitnehmerInnen haben nicht das Recht, Gewerkschaften ihrer Wahl zu bilden oder beizutreten. Nur eine "ArbeitnehmerInnen"-Organisation ist gesetzlich anerkannt: Die All-China Federation of Trade Unions (ACFTU). Sie ist Teil  der kommunistischen Partei und der Regierung und vertritt in erster Linie deren Interessen und nicht die der Arbeiterschaft, weshalb sie von ArbeiterInnen häufig kritisiert wird.
  • Das Streikrecht wurde 1982 aus der Verfassung Chinas gestrichen. Demonstrationen und Proteste werden hart geahndet.
  • Obwohl laut chinesischem Gesetz gleiche Arbeit gleich entlohnt werden muss, wird häufig gegen dieses Prinzip verstossen: Frauen verdienen in Städten 67 Prozent des Lohns eines Mannes, auf dem Land sogar nur 50 Prozent. Über hundert Millionen ArbeitsmigrantInnen vom Land werden durch das System der Wohnsitz-Registrierung (Hukou) diskriminiert. Da sie sich nicht in der Stadt anmelden können, müssen sie meist vertragslos zu geringen Löhnen arbeiten, ihnen wird besonders häufig der Lohn vorenthalten und sie verfügen über keine Krankenversicherung. Ihre Kinder haben am Wohnort keinen freien Zugang zu Schulen und Universitäten. Obwohl sie alle BürgerInnen Chinas sind, haben sie nicht die gleichen Rechte.
  • Die Fälle von arbeitsbedingten Krankheiten in China steigen exponentiell an. 2010 wurde alle zehn Minuten eine neue Diagnose erstellt. In 90 Prozent der Fälle handelt es sich um Pneumokoniose (Staublunge).
  • Laut chinesischem Arbeitsrecht beträgt die tägliche Regel-Arbeitszeit acht Stunden. Die Arbeitsrealität sieht jedoch anders aus: 12, 13, 15, Stunden-Tage sind normal und oft werden die Überstunden nicht entlohnt.


Solidar-Programm in China
Solidar arbeitet in China mit Labour Action China (LAC) zusammen. Mit der Unterstützung von Solidar organisiert LAC die ArbeiterInnen  hilft ihnen, gerichtlich gegen ihre ArbeitgeberInnen vorzugehen und unterstützt sie bei der Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen oder einer Kompensation für ihre zerstörte Gesundheit.

 

Weitere Informationen zu diesem Projekt

Artikel im Solidar-Magazin «Solidarität»