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Zwei Milliarden Gewinn für die FIFA.

  

Und nichts für Südafrika.

Wir fordern die FIFA auf, dass sie sich in Zukunft aktiv gegen Ausbeutung und für die Einhaltung der Menschenrechte bei Fussball-Weltmeisterschaften einsetzt.

Faire Arbeitsbedingungen für die BauarbeiterInnen und Beschäftigten während der WM. Unternehmen, die millionenschwere Bauaufträge für FIFA- Stadien erhalten, müssen faire Löhne zahlen. In Südafrika konnten viele ArbeiterInnen mit ihrem Einkommen kaum ihre Familie ernähren.

Armenviertel dürfen nicht niedergerissen werden. Zwangsumsiedlungen aus Imagegründen dürfen nicht wieder vorkommen. In Durban warten die betroffenen Familien bis heute auf neue Unterkünfte mit Trinkwasser und sanitären Anlagen.

Keine Maulkorbverträge für akkreditierte JournalistInnen bei der WM. Die FIFA versuchte in Südafrika, die Pressefreiheit einzuschränken. JournalistInnen sollte verboten werden, über Vorfälle zu berichten, die «die Reputation der Weltmeisterschaft beschädigen».
 

Enttäuschte Hoffnungen

Trotz Wirtschaftswachstum sind seit Ende der Apartheid rund eine Million Arbeitsplätze verloren gegangen – mit der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise nochmals zusätzlich 800'000. 20 Millionen Menschen in Südafrika leben in Armut. Entsprechend gross waren die Hoffnungen in die Milliardeninvestitionen für die WM. Tatsächlich hat die Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika einen regelrechten Bauboom ausgelöst: Die Innenstädte werden auf Hochglanz poliert und die FIFA rechnet mit über zwei Milliarden Franken Gewinn.

Doch die Chance wurde verpasst: Armenviertel wurden plattgewalzt, BauarbeiterInnen haben zu Hungerlöhnen Stadien gebaut, StrassenhändlerInnen werden vertrieben und ihrer Einkommensmöglichkeiten beraubt. Die FIFA hätte es in der Hand, in den Gastgeberländern der Weltmeisterschaften eine Besserung zu bewirken – indem sie in den Verträgen auf die Einhaltung der Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen und Existenz sichernde Mindestlöhne besteht.


Solidar Suisse – im Einsatz für gerechte Arbeitsbedingungen

Solidar engagiert sich in zehn Ländern mit aktuell 65 Projekten für eine gerechtere Welt. In Südafrika arbeiten wir mit gewerkschaftlichen Organisationen und Hilfswerken zusammen und setzen uns für Arbeits- und Gewerkschaftsrechte ein. Die Netzwerke, die dabei entstehen, wirken sich auf die arbeitsrechtliche Situation in rund einem Dutzend weiteren afrikanischen Ländern aus.


Erfolge in Kapstadt und Durban

Was gezielte Solidar-Kampagnenarbeit zu bewirken vermag, hat das Engagement beim Bau der südafrikanischen Stadien gezeigt: Gemeinsam mit den südafrikanischen Gewerkschaften hat sich Solidar dafür eingesetzt, dass die Löhne und die Arbeitssicherheit auf den Baustellen verbessert wurde. Statt 12 erhielten die Arbeiter auf der Baustelle in Durban schliesslich 16 Rand pro Stunde (ca. Fr. 2.30). Auch beim Bau des Stadions in Kapstadt führte unser Einsatz zum Erfolg: Die Arbeiterinnen und Arbeiter erhielten nach zähen Verhandlungen die dringend benötigte Transportentschädigung. Viele mussten bis dato für die Anreise zur Baustelle rund ein Drittel ihres Lohns aufwenden.   

 

Solidar Suisse hat am 8. Juni 2010 die Petition gegen Ausbeutung an der Fussball-WM mit 13'715 Unterschriften an die FIFA übergeben, doch die FIFA war nicht bereit, die Petition offiziell entgegenzunehmen. Somit verweigert sie einmal mehr den Dialog über Menschenrechte.


«Falsche Versprechungen, überrissene Schätzungen, grosse Enttäuschung» Lesen Sie hier die Bilanz von Solidar zur Fussball-WM